Anlässlich der „Shades Tour“ durften die Klassen 4HWB und 4HWA am Dienstag, den 10.3., ehemalige Obdachlose durch die Wiener Innenstadt begleiten. Durch die persönlichen Geschichten der beiden Herren wurde den Schüler*innen das Leben auf der Straße auf authentische Weise nähergebracht. Dabei zeigten sie Orte, an denen sich obdachlose Menschen häufig aufhalten, da diese Schutz vor Kälte und Polizei bieten.
Außerdem erfuhren die Klassen, dass Obdachlosigkeit nicht immer selbst verschuldet ist. Der Verlust nahestehender Kontaktpersonen, die Insolvenz des Arbeitgebers oder auch gewalttätige Familienverhältnisse können dazu führen, dass Menschen in die Obdachlosigkeit geraten.
In Einrichtungen wie der Gruft erhalten Betroffene vorübergehend einen Schlafplatz, eine Duschmöglichkeit sowie Essen und Trinken. Allerdings sind solche Einrichtungen häufig stark ausgelastet – besonders im Winter herrscht dort großer Platzmangel.
Eine weitere wichtige Einrichtung ist das Kältetelefon. Dort kann man anrufen, wenn man eine obdachlose Person frieren sieht. Der Anruf ist kostenlos und auf Wunsch anonym. Angegeben werden müssen lediglich Datum, Zeitpunkt, der genaue Ort sowie eine Beschreibung der betroffenen Person, um Hilfe zu ermöglichen und im Ernstfall ein Menschenleben zu retten.
Zusätzlich gibt es den Louisebus, bei dem sich obdachlose Menschen ärztlich untersuchen lassen können, sowie den Canisibus, der ehrenamtlich Suppen an obdachlose Menschen verteilt.
Alles in allem war es ein äußerst informativer Spaziergang, der den Schüler*innen neue Eindrücke von Wien vermittelte und gleichzeitig einen intensiven Einblick in den Alltag obdachloser Menschen ermöglichte.
Bericht: Marie Polzer, 4HWB